Der Baustoff Holz ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Material und in nahezu unbegrenzter Menge erhältlich. Holzhäuser sind daher in jeder Epoche in Stadt und Land häufig anzutreffende Gebäude. Heutige Holzhäuser sind als besonders gut isolierte und moderne Bauwerke etabliert. Sie werden häufig in Fertigbauweise errichtet oder an Ort und Stelle aus massiven Holzteilen, aus Blockbohlen oder sogar Baumstämmen gefertigt. Als Holzhaus werden die Gebäude bezeichnet, bei denen Holz das tragende statische Element der Konstruktion darstellt. An den Fassaden sind häufig diverse Flächen ebenfalls aus Holz gefertigt.
Holz ist ein idealer WerkstoffAls nachwachsender Rohstoff mit guter CO2-Bilanz hat Holz in den letzten Jahren an Bedeutung gegenüber anderen Materialien gewonnen. Es lässt sich leicht verarbeiten und transportieren, ist gut zu Konstruktionen zu verbinden und ausreichend zu konservieren. Der Preis für Holz ist je nach Sorte moderat und daher für die Errichtung von Gebäuden prädestiniert. Die Pflege der Hölzer ist nur alle paar Jahre notwendig, denn Holz ist gegen Witterungseinflüsse relativ resistent. Lediglich die direkt der Witterung ausgesetzten Bauteile bedürfen einer besonderen Behandlung. Für das Raumklima im Inneren der Gebäude hat Holz als lebendiger Werkstoff einen positiven Einfluss.
Verschiedene Verarbeitung des Holzes im BaukörperHolz kann als Rahmen die Statik eines Hauses bilden und zur Ausfüllung der Rahmenfelder beliebige Werkstoffe verwenden oder das Haus kann aus massivem Holz gebaut werden. Wandkonstruktionen in Holzrahmen- oder Holzständerbauweise sind sehr stabil und erfüllen alle im Fertigbau notwendigen Erfordernisse an geringes Gewicht, maschinelle Produktionsmöglichkeit und einfachem Zusammenbau an der Baustelle. Die Möglichkeiten zur Wärmedämmung sind optimal. Massive Holzbauten sind aufwändiger und benötigen deutlich mehr Handarbeit. Durch den lebendigen Werkstoff sind Massivhäuser aus Holz Bewegungstoleranzen ausgesetzt, die Holzrahmenbauweise besitzt diesen Nachteil nicht. Die Holzbewegungen können bis in den Bereich von Zentimetern reichen und erschweren den Innenausbau.
Vor- und Nachteile von HolzhäusernHolzhäuser bieten üblicherweise ein gesundes und angenehmes Raumklima. Außer bei Massivbauten ist der Schallschutz der Holzwände eher gering. Holzhäuser eignen sich daher selten in verkehrsreichen Gebieten. Fertighäuser mit Holzkonstruktion der Wände werden daher häufig mit ganzen Steinen verklinkert, um nachträglich die Schalldämmwerte entscheidend zu verbessern. Die Geschossdecken sind nur mit hohem Aufwand gegen unerwünschten Trittschall zu dämmen. Aus statischen Gründen sind Estrichböden in Holzbauten nur selten vorgesehen. Die Holzteile der Außenhülle benötigen in regelmäßigen Intervallen Schutzanstriche und Imprägnierungen. Der Werterhalt des Gebäudes ist bei Unterlassung gefährdet.
Verbreitung von Holzbauten und Interessenlage ihrer EigentümerMassivholzbauten werden von Bauherren mit ökologischem Interesse gesucht, während andere Holzkonstruktionen eher von preisbewussten Eigentümern bevorzugt werden. Holz ist so universell im Hausbau verankert, dass es jedem beliebigen Anspruch gerecht wird. Weit verbreitet ist die skandinavische Stilrichtung und zunehmend werden Häuser im amerikanischen Stil gebaut. Holzhäuser haben einen direkten Bezug zur Natur und je mehr Holz sie im Inneren und Äußeren zeigen, desto gemütlicher wirken sie. Viele Bauherren entscheiden sich für den Baustoff, da sie sich in der Gestaltung und Verarbeitung von Holz ein höheres Maß an Eigenleistung zutrauen als bei konventioneller Bauweise.
Holzhaus bauen - 10 praktische Tipps für den Laien
Hat man sich entschieden, ein eigenes Haus zu bauen, kommt die Frage nach dem Baumaterial auf den Bauherrn zu. Selbst wenn man beschlossen hat, dass es ein Holzhaus werden soll, stehen noch weitere Entscheidungen an. Holzhäuser gibt es in verschiedenen Varianten, wie beispielsweise Holzfertigbau, Holztafelbau oder ein Holzständerbau und natürlich die Blockbohlenbauweise. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die man berücksichtigen sollte.
1. Wandstärke und Dämmung
Bei einem Blockbohlenhaus ist die Wandstärke durch die Bohlenstärke automatisch vorgegeben und damit auch die Dämmung. Doch bei einem Schwedenhaus oder einer Holzrahmenbauweise sollte man auf eine ausreichende Wandstärke achten. Je günstiger das Haus angeboten wird, desto stutziger sollte man werden und auf die Stärke der Dämmung und das verwendete Material achten.
2. Welche Heizung wähle ich für mein Holzhaus?
Wer ein modernes energieeffizientes Holzhaus baut, das vor allem aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, möchte sicher nicht gern Öl oder Gas zum Heizen des Holzhauses verwenden. Daher sollte man bereits vor der Bauplanung Informationen einholen über Solarenergie und Pelletheizungen. Schließlich sollte die Heizung auch zum neuen Haus passen.
3. An die Zukunft denken
Zum nachhaltigen Bauen mit Holz gehören die Nutzung von Regenwasser und die Vorbereitung auf die Zukunft. Daher sollte man auch in einem energiesparenden Holzhaus bereits beim Bau an die Möglichkeit denken, später einen Kaminofen anschließen zu können. Selbst wenn man nur die jährlich anfallenden Rückschnitte der eigenen Bäume und Sträucher nach der Trocknung darin verheizt, macht sich doch ein Kaminofen bald bezahlt. Ähnlich verhält es sich mit der Nutzung des Regenwassers. Wird ein Regenwassertank bereits beim Bau des Hauses im Garten eingegraben, bringt diese Maßnahme zwar höhere Kosten, will man diesen aber später nachrüsten sind die Kosten und der Aufwand so enorm, dass die meisten Hausbesitzer davon absehen.
4. Holz muss ausreichend und professionell getrocknet sein
Bei einem Holzhaus hängt die Qualität natürlich in erster Linie vom Holz ab. Besonders bei einem Blockbohlenhaus muss das Holz genügend getrocknet sein, damit später nicht unschöne Risse die Wände verunstalten. Zwar können immer kleine Risse auftreten und das gehört auch zu einem Naturprodukt dazu, doch nicht ausreichend getrocknetes Holz verbirgt zunächst alle Qualitätsmängel. Diese werden dann erst nach der Fertigstellung des Hauses offenbar und sind unter Umständen nicht mehr zu korrigieren. Mit einem kleinen Holzfeuchtemessgerät, das es in den meisten Baumärkten für wenige Euro gibt, kann der Bauherr selbst einmal nachkontrollieren ob der Hersteller Billigware verbaut oder wirklich professionell getrocknetes Holz.
5. Natürlichkeit auch beim Holzschutz fortsetzen
Da hat man ein Haus aus einem wunderschönen nachwachsenden Rohstoff gebaut und dann kommt der Bauleiter und drückt einem einen Eimer Holzschutz in die Hand, auf dem es vor Warnhinweisen nur so wimmelt. Dies ist schon so manchem Bauherren eines Holzhauses passiert und die meisten denken gar nicht darüber nach, was sie sich und ihrer Familie damit antun, wenn sie diesen Holzschutz verwenden. Der Bauherr sollte sich also selbst informieren, welchen Holzschutz er verwendet. Für den Innenraum gibt es sehr gute Holzlasuren auf Bienenwachsbasis oder auch mit Zitronenöl die man bedenkenlos verwenden kann. Zwar muss man auch nach deren Anwendung etwas lüften, aber nur, weil es extrem nach Zitrusfrüchten riechen kann.
6. Holzhaus mit Kunststofffenstern - Stilbruch?
Ein schönes natürliches Holzhaus mit Fenstern und Türen aus wohlmöglich noch weißem Kunststoff hat nicht nur in stilistischer Hinsicht ein Problem, denn Holz arbeitet nun einmal bei Temperatur- und Feuchteschwankungen. Kunststoff arbeitet ebenfalls bei starken Temperaturschwankungen, doch völlig anders als das Holz. So arbeiten diese beiden Werkstoffe dann regelrecht gegeneinander. Daher sollte man davon lieber absehen, vor allem bei einem Blockbohlenhaus.
7. Informationen einholen über alle Medien
Auch wenn man sich bereits für einen Hersteller und ein Hausmodell entschieden hat, sollte man sich noch weiter informieren. Das Internet ist dafür die erste und beste Quelle, doch auch in Prospekten und sogar beim örtlichen Verbraucherschutz kann man Informationen einholen. Der Verbraucherschutz weiß, wenn es mit diesem Bauträger irgendwann einmal zu Problemen oder Beschwerden gekommen ist.
8. Baubeschreibung vom Fachmann prüfen lassen
Gerade als Laie kann man selbst die Baubeschreibung und den Bauvertrag noch so oft lesen und wird nie alle Details wirklich durchschauen und prüfen können. Daher sollte man sich einen Bausachverständigen suchen, der sich möglichst besonders gut mit Holzhäusern auskennt, und diesen die Unterlagen prüfen lassen. Natürlich kann der Sachverständige mit zusätzlichen Kosten zu buche schlagen, aber diese Kosten bekommt man am Ende wieder herein und wenn es nur durch das bessere und sicherere Wohngefühl ist.
9. Schlüsselfertig sagt wenig aus
Auch zum Punkt "Schlüsselfertig" sagen nur der Bauvertrag und die Baubeschreibung etwas aus, denn der Begriff ist in Deutschland nicht genormt. So muss in einem schlüsselfertigen Holzhaus nicht zwangsläufig eine Einbauküche vorhanden sein. Zwar sollten alle Installationen, wie Heizung und Strom enthalten sein, garantiert ist dies aber allein durch den Begriff nicht. Daher kann auch hier der eigene Bausachverständige späteren Ärger vermeiden.
10. Bestandshäuser besuchen
Eine gute Baufirma wird den Bauherren gern Häuser nennen, die sie errichtet hat. Also sollte man sich nicht scheuen, diese Häuser aufzusuchen und zumindest von außen anzuschauen. Wer kontaktfreudig ist, kann die Hausbesitzer ansprechen und befragen. Ist ein Hausbesitzer sehr glücklich mit seinem Haus, zeigt er es gern und beantwortet alle Fragen. Hat man noch kein Bauunternehmen ausgewählt, sollte man Ausflüge unternehmen und nach Häusern suchen, die einem gefallen. Hier klopft man ganz dreist an und bittet um den Namen der Baufirma und fragt den Besitzer über die Vor- und Nachteile seines Hauses aus. Bessere und ehrlichere Informationen wird man nirgendwo bekommen können.