Der Begriff des Landhauses beschreibt keine Gebäudeart wie etwa Reihenhaus oder Hochhaus. Er beschreibt einen besonderen Stil von Gebäuden oder Wohneinheiten. Das typische Landhaus ist ein frei stehendes Einfamilienhaus, es kann jedoch durchaus als Zweifamilien- oder Doppelhaus ausgeführt sein und dennoch auf den ersten Blick als Landhaus zu identifizieren sein. Um als Landhaus zu gelten, sind einige bauliche Merkmale einzuhalten, die sich nicht in einer speziellen Errichtung der Wände oder Dächer ausdrücken muss sondern die eher auf die Verwendung einiger Accessoires und gestalterische Elemente abzielen. Ein durchgängig als Landhaus ausgeführtes Gebäude wirkt in einer städtischen Umgebung leicht als Fremdkörper.
Einrichtungsstil und BauweiseDer Stil der Inneneinrichtung wird nicht nur durch die später eingebrachten Möbel sondern bereits durch das Haus selbst in die entsprechende Stilrichtung geführt. Üblich sind geflieste Böden in warmen Farbtönen für die Wohnbereiche. Holzdielenböden werden häufig in Dachgeschossen verwendet, die Landhäuser haben häufig 1,5-geschossige Bauweise. Höhere Gebäude sind im Landhausstil kaum zu finden. Die Begründung liegt im reichlich vorhandenen Platz in ländlichen Gegenden. Regional gibt es Unterschiede für die Charakteristika von Landhäusern. Im Norden fallen zahlreiche Reetdächer auf, in Niedersachsen dominieren rote Klinkerbauten und in Süddeutschland beherrschen weiße Putzfassaden und weite Dachüberstände mit viel Holz an Giebeln und Balkonen den Baustil.
Besondere Ausstattungen definieren das LandhausEin weit verbreitetes Stilelement an Landhäusern sind die Klappläden. Sie ersetzen nicht immer die praktischeren Rollläden und werden teilweise nur zur Dekoration bei modernen Bauten verwenden. In modernen Bauten sind die Rollladenanlagen dann meistens elektronisch gesteuert und die Klappläden besitzen keinerlei Funktion. Die Türen und Zargen sind in den Landhäusern aus Echtholz gefertigt und unterstreichen den ländlichen Charakter. Treppengeländer, Galerien und Fenster verwenden in der Regel ebenfalls Holz, Für Geländer kommt auch Schmiedearbeit in Frage. Der Kachelofen stellt in vielen Landhäusern ein zentrales Element dar und dient oft als Heizungsanlage des ganzen Hauses.
Die richtige GrundstücksgrößeDas Landhaus benötigt für seine optische Außenwirkung eine ausreichende Grundstücksgröße. Je kleiner das zur Verfügung stehende Areal ist, desto weniger drängt sich der Begriff Landhaus auf. Es wird dann eher von rustikalem oder bäuerlichem Stil gesprochen. Je kleiner ein Gebäude ist, desto schwieriger ist der Landhausstil authentisch herzustellen. In städtischen Randgebieten entstehen oft Doppelhäuser oder kleine Einfamilienhäuser in diesem Stil und dokumentieren diese Problematik eindrucksvoll. Ein Landhaus besticht in seinen großzügigen Proportionen und einem als massiv empfundenen Baukörper. Balkone, Fenster und Läden, große und aufwändig gestaltete Hauseingänge mit der traditionell großen Eingangsdiele von Landhäusern benötigen einen entsprechenden Platz.
Baukosten und InteressentenkreisStilecht gebaute und ausgestattete Landhäuser sind teurer als konventionell errichtete und gestaltetet Bauten. Im Außenbereich fallen durch weiße Fassaden häufiger Anstricharbeiten an und Holz im Freien bedarf der entsprechenden Pflege. Die Atmosphäre und Wohnqualität spricht jedoch viele Menschen sehr positiv an. Landhäuser haben ein gemütliches Ambiente durch die vielen natürlichen Materialien und Baustoffe. Sie bieten in der Regel pro Bewohner viel Wohnfläche. Sie sind bei entsprechendem Budget für alle Altersklassen und Familiengrößen bestens geeignet.