Die Hausform des Bungalows eroberte zu Beginn der 60er Jahre die deutschen Einfamilienhaussiedlungen. Die Welle schwappte aus den USA nach Europa und galt als Lifestyle der neuen Zeit. Bungalows waren für einige Jahre ein Prestigeobjekt und galten als extravagante Bauten. Schon nach einigen Jahren offenbarte die Bauform der Flachdächer gravierende Nachteile bei Holzdächern durch eindringende Feuchtigkeit. Betondecken waren teuer und daher eher selten im Einsatz. Auf Bungalows wurden in den letzten Jahrzehnten vielfach Sattel- oder Walmdächer aufgesetzt und wenn es die Statik und das Baurecht hergaben ganze Geschosse aufgesetzt. Heute gebaute Bungalows zeigen die alten Schwachstellen in der Regel nicht mehr und besitzen dauerhaft funktionsfähige Flachdächer.
Repräsentatives Äußeres mit hervorragendem NutzwertBungalows bringen alle Wohnräume auf einer Ebene unter und benötigen daher im Verhältnis zu mehrgeschossiger Bauweise mehr Grundstücksfläche. Die flache Gestaltung der Baukörper wirkt großzügig und hat vor allem mit aufgesetzten flach geneigten Sattel- oder Walmdächern einen besonders repräsentativen Charakter. Bungalows können auch mit Pultdächern als durchgehende schräge Dachfläche gestaltet sein. Besonders bewährt hat sich die Grundrissform des Winkelbungalows. Er bietet einen nach 2 Seiten geschützten Sitzplatz und kann je nach Dachgestaltung vom Hausdach geschützt werden. Bauformen sind auch mit U-förmigen Grundrissen bekannt.
Vor- und Nachteile eines BungalowsDer Vorteil des Bungalows liegt in geringen Baukosten. Er benötigt keine Treppe in eine obere Etage und keine gegen Trittschall gedämmte Geschossdecke. Die gesamte Statik muss lediglich auf die Tragfähigkeit der Dachlast ausgerichtet sein. Ein eventuell vorhandener Schornstein ist kurz und verursacht daher geringe Baukosten. Nachteilig ist der höhere Grundstücksverbrauch und durch die Anordnung des Wohnraums in einer Ebene eine ungünstige Wärmebilanz. Bungalows haben im Vergleich zu anderen Gebäuden sehr große Außenflächen und damit potenziell mehr Wärmeverlust.
Einfache Instandhaltung und ReparaturmöglichkeitenDie Folgekosten eines Bungalows sind während seiner Nutzungszeit geringer einzuschätzen als bei anderen Gebäuden. Malerarbeiten an der Fassade oder Außenverkleidungen mit Holz können praktisch ebenerdig oder mit kleinen Leitern ausgeführt werden. Gerüste und lange Leitern sind wegen der leicht erreichbaren Bauteile nicht erforderlich. Das fördert die Möglichkeit von Eigenleistungen oder hält Handwerkerrechnungen moderat. Dacharbeiten oder Justierungen von Antennenanlagen können fast gefahrlos in Eigenregie von Bauherren ausgeführt werden. Bungalows sind wegen ihrer Barrierefreiheit zudem für Menschen mit Handicap und Senioren besonders geeignet.
Beachtenswerte Dinge beim Bau eines BungalowsVor der Grundstücksauswahl sollte der Platz für Garagen in ausreichender Größe vorgesehen werden. Speziell wenn kein Keller vorhanden sein wird, lohnt sich ein großer Garagenanbau zur Aufnahme der Heizungstechnik. So wird Geräuschbelästigung im Hausinneren vermieden. Wichtig ist für ein ungestörtes Wohnen im Bungalow die unmittelbare Nachbarschaft. Die angrenzenden Grundstücke sollten nur für 1-geschossige Bauweise zugelassen sein. Steht ein höheres Gebäude nebenan, ist kein ungestörtes Lebensgefühl im Garten möglich, da zu viele Einblicke in den Garten möglich sind. Bungalows werden häufig in Fertigbauweise errichtet. Sie erreichen heutzutage hervorragende Energiebilanzen und sind mit innovativen Heizsystemen erhältlich. Bei älteren Bungalows sollte genau darauf und die anderen bekannten früheren Schwachstellen besonderes Augenmerk vor einem Kauf gerichtet werden.