Dachformen im Überblick: Satteldach, Walmdach, Pultdach und mehr

Dachformen

Welches Dach passt zu Ihrem Haus?

Die Dachform entscheidet über die Optik, über den Platz im Obergeschoss und darüber, wie viel Photovoltaik auf Ihr Dach passt. Und sie ist oft die Vorgabe, die im Bebauungsplan am wenigsten Spielraum lässt.
Erst in den Bebauungsplan schauen. Viele Gemeinden schreiben Dachform, Dachneigung und teils sogar die Farbe der Ziegel vor. Die Einsicht beim Bauamt ist kostenlos und sollte vor der Hausauswahl stehen, nicht danach.

Wonach entscheiden Sie?

Vier typische Vorhaben und die Dachform, die dafür am besten passt. Jeder Weg führt direkt zu den passenden Häusern.

Das Dachgeschoss soll ein Wohngeschoss werden Satteldach Zwei Schrägen, ein First: darunter entstehen die größten zusammenhängenden Räume. 833 Häuser ›› Möglichst viel Photovoltaik Pultdach Eine einzige Fläche nach Süden. Keine zweite Seite, die halb im Schatten liegt. 60 Häuser ›› Kubisch bauen und das Dach nutzen Flachdach Volle Raumhöhe bis in die Ecken, oben drauf Terrasse oder Begrünung. 182 Häuser ›› Wetterfest bauen, niedrig wirken Walmdach Keine Giebelwand, die Sturm und Schlagregen abbekommt. 240 Häuser ››

Die sechs Formen im Vergleich

Alle Zahlen stammen aus den 1.356 Häusern, die auf beispielhaus.de mit dieser Dachform angeboten werden. Wo zu wenige Angaben gepflegt sind, steht bewusst nichts statt einer Scheingenauigkeit.

Dachform Häuser Übliche Neigung Mit ausgebautem Dach Schlüsselfertig ab
Satteldach 833 25–38° 68 % 80.000 €
Walmdach 240 22–25° 8 % 168.750 €
Flachdach 182 – 10 % 28.900 €
Pultdach 60 5–12° 32 % 235.330 €
Zeltdach 35 – 9 % 228.170 €
Krüppelwalmdach 6 – 67 % –

„Mit ausgebautem Dach“ ist der Anteil der Häuser, die als 1,5- oder 2,5-geschossig geplant sind. Die Neigungsspanne zeigt, wo die mittleren 50 Prozent der Angebote liegen.

Was für und was gegen jede Form spricht

Die Skizze zeigt den Aufbau, die beiden Listen die Punkte, die im Bauherrengespräch tatsächlich zur Sprache kommen.

Satteldach

Zwei geneigte Flächen treffen sich am First. Die häufigste Dachform in Deutschland, und in vielen Bebauungsplänen ausdrücklich vorgeschrieben.

  • Der Dachraum wird ein vollwertiges Wohngeschoss.
  • Die günstigste der sechs Konstruktionen.
  • Regen und Schnee laufen sicher ab.
  • Die Schrägen kosten Stellfläche an den Wänden.
  • Für Photovoltaik taugt nur eine der beiden Seiten.
  • Gauben und Dachfenster kosten extra.

Walmdach

Alle vier Seiten sind geneigt, senkrechte Giebelwände gibt es nicht. Das Haus wirkt dadurch niedriger und gedrungener.

  • Keine Giebelwand, die Wind und Schlagregen abbekommt.
  • Wirkt niedriger und wird darum oft leichter genehmigt.
  • Sehr sturmsicher.
  • Aufwendigere und damit teurere Konstruktion.
  • Unter der Traufe geht rundum Raum verloren.
  • Große Fenster im Dachgeschoss sind kaum möglich.

Flachdach

Nur ein geringes Gefälle, damit Wasser abläuft. Die Grundlage für die kubische Bauweise mit Dachterrasse oder Begrünung.

  • Volle Raumhöhe bis in jede Ecke.
  • Dachterrasse oder Begrünung sind möglich.
  • Photovoltaik lässt sich frei nach Süden aufständern.
  • Abdichtung und Entwässerung müssen regelmäßig kontrolliert werden.
  • In vielen Bebauungsplänen nicht zugelassen.
  • Fehler bei der Planung rächen sich schnell.

Pultdach

Eine einzige geneigte Fläche, ohne First. Nach Süden gedreht entsteht die größte zusammenhängende Solarfläche aller Dachformen.

  • Eine ungeteilte Fläche für Photovoltaik.
  • Einfacher Dachstuhl, klare moderne Optik.
  • Auf der hohen Seite bleibt volle Raumhöhe.
  • Auf der niedrigen Seite fehlt die Kopfhöhe.
  • Die hohe Wand braucht guten Wetterschutz.
  • Nur selten im Bebauungsplan vorgesehen.

Zeltdach

Vier gleich geneigte Flächen laufen in einer Spitze zusammen, einen First gibt es nicht. Typisch für Stadtvillen und Bungalows.

  • Ruhige, symmetrische Optik von allen Seiten.
  • Rundum wettergeschützt wie das Walmdach.
  • Passt zur quadratischen Stadtvilla.
  • Setzt einen annähernd quadratischen Grundriss voraus.
  • Die Spitze lässt sich nicht nutzen.
  • Aufwendige Eindeckung an den vier Graten.

Krüppelwalmdach

Ein Satteldach, dessen Giebelspitzen abgeschrägt sind. Typisch für den ländlichen Raum und den Norden.

  • Unter dem kurzen Walm bleibt Giebelfläche für Fenster.
  • Die Giebelwand ist oben vor Wetter geschützt.
  • Kompromiss, wenn ein reines Satteldach nicht zugelassen ist.
  • Aufwendiger als ein Satteldach.
  • Sehr kleines Angebot am Markt.
  • Die Anschlüsse am Walm sind fehleranfällig.

Häuser nach Dachform

Je Dachform die drei meistgesehenen Angebote. Der Rest steht in der jeweiligen Liste.

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Sonderformen und Dachaufbauten

Diese Formen kommen bei Ein- und Zweifamilienhäusern seltener vor oder sitzen als Aufbau auf einem anderen Dach. Im Lexikon steht zu jeder, wie sie aufgebaut ist und wo sie sinnvoll ist.